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Von Jamaika nach Simbabwe (DEZ 17)

Liebe Freunde des politischen Kabaretts,

wer jemals in der Karibik war, weiß, dass Jamaika mitten im Hurricangebiet liegt. Und wer da kein festes Fundament hat, den verwandelt das Sturmtief Lindner in einen Trümmerhaufen. 

Interessant dabei ist, dass drei von vier Parteien unisono behaupten, man habe sich bei den Sondierungsgesprächen auf einem guten Wege zur Lösung befunden, und eine Partei sagt, dass das ein Märchen sei.
Da stellt sich doch die Frage, welche von diesen Parteien eine Wahrnehmungsstörung aufweist. Und wer dann aber den Aussagen eines Wolfgang Kubicki bei Sandra Maischberger lauschen durfte, könnte die Antwort bereits ahnen. Legte doch Kubicki dort eine Artikulation hin, die an Harald Juhnke in seinen besten Zeiten erinnerte. Fast schon habe ich erwartet, dass Kubicki sich die Gummimaske vom Gesicht herunter reißt, und Weinkönigin Rainer Brüderle kommt zum Vorschein.

Und natürlich bin auch auch ich froh, dass die SPD gegen eine erneute große Koalition ist, weil eine große Koalition eine lautstarke Opposition verhindert, was die Bräsigkeit im Lande fördert, und damit den rechten Rand stärkt. Aber dass es inzwischen so weit gekommen ist, dass ich mal führenden SPD-Politikern zustimmen muss, zeigt, wie ernst die Lage ist.

Und natürlich frage auch ich mich, warum man es denn nicht mal mit einer Minderheitenregierung probieren sollte. Aber die Gründe dagegen liegen klar auf der Hand.
Zum einen müsste Angela Merkel für jedes Anliegen stets eine neue Mehrheit organisieren, und das würde ja bedeuten, dass unsere Abgeordneten den Redebeiträgen bei Debatten zuhören, und auf das Gesagte mit Gegenargumenten eingehen müssten. Und das ist in einer parlamentarischen Demokratie nun aber wirklich zu viel verlangt.

Und vor allem aber wüssten die Lobbyisten ohne feststehende Mehrheit doch gar nicht, welche Partei sie jeweils vorab für ihr Anliegen bestech.. äh umwerben müssten. Und dann stünden diese Lobbyisten ja da, wo sie eigentlich auch hingehörten, nämlich dumm rum. Und spätestens damit ist klar, warum es nie dazu kommen wird.

Und natürlich bin auch ich gegen Neuwahlen, denn das heißt, dass alle Parteien womöglich genau so abschneiden, wie bei ersten mal. Und das heißt, dass dann das ganze Geschacher von vorne los geht.

Und deswegen frage ich mich, ob ich eigentlich der einzige bin, der im Mathematikunterricht aufgepasst hat, oder warum man eine ganz andere mögliche Koalition von Anfang an gar nicht erst in Betracht zieht.

Für eine Mehrheit braucht man nämlich aktuell im Bundestag 355 Stimmen, und wenn die FDP keinen Bock auf Angela Merkel und ihre Union hat, warum probiert sie es denn nicht in einer Koalition mit SPD, Grünen und Linkspartei? Die kämen auf insgesamt 369 Stimmen, und anderes als bei Jamaika, wären hier nicht die Grünen der bunte Underdog, sondern in dieser Konstellation wäre die FDP die Partei, der die anderen Honig ums Maul schmieren und Zucker in den Arsch blasen müsste. Also eine Koalition aus Rot-Grün-Gelb und Rot. Und würde man die nennen? Simbabwe.

Und was das bringen würde, kann man sich grade aktuell in den Nachrichten angucken. Eine stabile Regierung, die über 30 Jahre hält, bis Christian Lindner so weit ist, den Putsch zu wagen.



 

 

 

 


Kommentare

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6 Kommentare
#3 H.-P. Mönch schrieb am 22.11.2017 15:57

wieder diesmal aus dem Herzen gesprochen bzw. geschrieben

BUTZKOMMENTAR:
#2 Edward Schmiedt schrieb am 22.11.2017 15:38

Eine richtungsweisende Glosse. Dann könnte die SPD endlich wieder sozial werden, sofern sie die Angst ablegt vor der Linkspartei.

 

Edward

BUTZKOMMENTAR:
#1 Andreas Walz schrieb am 22.11.2017 14:41

Der Komentar bringts auf den Punkt.

Danke!

Andy Walz

BUTZKOMMENTAR: