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Verkehrschaos (WDR5)

Haben Sie das auch gehört?
Bis morgen, Donnerstag, 27. November soll die Bahn unserm Verkehrsminister
Axel Horstmann ein Konzept vorlegen, wie das Verkehrschaos auf Nordrhein-Westfalens Schienen behoben werden kann.
Super Idee! Die Frage lautet nur:
Welches Chaos?
Sagense mal:
Wat is denn hier los?
Wollen Sie lieber Auto fahren?
Klar, ne Tankfüllung is billiger.
Gut, übers Jahr kommt da noch die Steuer dazu.
Und Versicherung.
Und Wartung.
Plus Reparaturen.
Und Ersatzteile.
Und Garage kostet auch was.

Aber ein Vorteil is:
Im Zug muß man ständig aufpassen, wo die Blagen dauernd rumrennen.
Im Auto sitzen die hinten auffe Rückbank. Jaha.
Gut, und quengeln, und nörgeln und nerven, wat dat Zeug hält.
Weil se ständig spielen wollen.
Karten, Würfeln, Stadt Land Fluss.
Geht ja nich.
„Ruhe getz da hinten!“
Ich muss mich auf den Verkehr konzentrieren.

Weil auf soner Autobahn, soviel is klar, da sind Leute unterwegs.
Also, Leute sind da unterwegs. Boah!
Leute, deren Annäherung schon bei Tempo 0
ich eigentlich aus Selbsterhaltungsgründen meiden würde.
Solche Leute kommen einem auf der Autobahn ganz nahe.
Aber GANZ nahe.
Und zwar mit Tempo 160.

Also regelmäßig dringend Pause machen.
Ab anne Raststätte: Essen , Trinken , Beine vertreten.
Wat gibbet?
Suppe, Salat, Nachtisch, Pülleken Weißwein, Cappucino.
Gut, das kannste alles auch im Zug haben.
Nur, dasse anne Raststätte währenddessen kein Meter vorwärts kommst.
Is doch gemütlicher.

Wat haben wir dann noch im Angebot?
Vielleicht mal die Ausfahrt verpassen.
Oder inne Baustelle geraten.
Oder wie wäre es mal wieder,
zu Weihnachten von Schneefall überrascht werden.
Und dann so richtig warten müssen.
Aber so richtig.
18 Stunden.
Gut, nich aufm kalten Bahnsteig, sondern im kalten Auto, ne?
Aber man wird mit seinen Informationen nicht im Stich gelasssen.
Man weiß, wer schuld ist.
Ja, nämlich der Idiot, der das Lenkrad hält.

Am Ende is man gerädert und herzinfarktgefährdet
mit einer solchen Verspätung angekommen,
für die Herr Mehdorn gelyncht würde.
Aber dafür hat man wenigstens in Köln nicht den Anschlusszug verpasst .

Also mal ehrlich, Leute.
Kuckt mal nach Indien:
Da sagt man nicht: Um 3 Uhr kommt der Zug.
Da sagt man: Wenn der Zug kommt, ist 3 Uhr.
Das ist Demut.
Das ist Meditation.
Das ist das Volk mit den Computerspezialisten.

Also wenn Sie das nächste mal auf dem Bahnsteig auf nen verspäteten Zug warten,
einfach den Lotus-Sitz einnehmen, sich in Bescheidenheit üben,
sich gewiss sein, dass Sie auch mit einem anderen Verkehrsmittel jetzt nicht schneller ans Ziel kämen.
Stattdessen atmen Sie tief, sind ganz ruhig,
und danken der Globalisierung,
daß Sie überhaupt noch einen Arbeitsplatz haben.
Und sei es der als Verkehrsminister.





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