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Urnengang (MAI 18)

Liebe Freunde des politischen Kabaretts,

wohin man sich auch dreht und wendet, wir leben in irren Zeiten.

In den USA z B ist ein Mann Präsident geworden, der uns nur noch den Kopf schütteln lässt. Früher war Amerika mal das Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Jetzt ist es auch das Land der unmöglichen Begrenztheiten.

Das muss man sich echt mal vorstellen: Weil irgendwo im Fernsehen irgendwelche Bilder von einem Anschlag zu sehen sind, und obwohl man aber noch nicht weiß, was genau passiert ist, und wer dahinter steckt, werden Schuldzuweisungen in die Welt getwittert, mit einer Selbstgerechtigkeit, dass ich dachte, gleich zieht sich der Trump die Gummimaske vom Gesicht und Beatrix von Storch kommt zum Vorschein.

 

In Syrien regiert ja dieser Assad, und ich kenne den ja nicht persönlich und ich hab den ja auch noch nie gesprochen, aber was man so mitbekommt, ist das ein ziemlich widerlicher Diktator. Und dieser Assad kämpft in seinem Land gegen Rebellengruppen, und dabei ist auch Giftgas eingesetzt worden, was ein furchtbares Verbrechen ist, und bestraft gehört.

Das blöde ist jetzt: Syrien und Russland sagen: „Das war nicht der Assad.“ Worauf der Westen sein ganzes diplomatisches Geschick in die Waagschale wirft und sagt; „War er ja wohol.“

Dann die Russen: „Nehee.“ Der Westen: „Dohoch!“ 

„Selbaah.“ „Gah nich“ „Pipi.“ Kacka.“ „Hol mein großen Bruder!“ usw usw.

 

Und dann greift ja im Westen das Prinzip der Rechtsstaatlichkeit, das heißt, es gilt die Stärke des Rechts, und nicht das Recht des Stärkeren. Und deswegen gilt dann auch die Unschuldsvermutung. Und zwar so lange, bis man jemandem seine Schuld zweifelsfrei bewiesen hat. Und die Beweise, dass der Assad schuld an dem Giftgaseinsatz ist, liegen ja vor.

Also nicht mir. Ich hab die noch nicht gesehen. Hat die jemand von Euch schon gesehen? 

Aber das ist eben das Prinzip der Rechtsstaatlichkeit. In Militärangelegenheiten braucht man der Öffentlichkeit, der Bevölkerung, also dem Souverän keine Beweise vorzulegen. Da reicht es, wenn das ein paar Regierungsvertreter sehen. Das nennt man Demokratie.


Schließlich handelt es sich dabei ja sehr oft um Geheimdienstbeweise. Und Ihr kennt ja diese Geheimdienstbeweise. 

Das sind die, die z B im Irak Massenvernichtungswaffen erfunden ha .. äh.... gefunden haben. Oder in Kuwait werden Babys aus Brutkästen auf den Boden geworfen.

Und dann greift eben das Prinzip der Rechtsstaatlichkeit. Und das sieht so aus: Wenn Beate Zschäpe, die Überlebende des NSU-Terrornetzwerkes beschuldigt wird, braucht man einen jahrelangen Prozess, um ihr die Schuld zweifelsfrei nachzuweisen. Wenn Assad beschuldigt wird, sagt der Trump: „Waas? Ein jahrelanges Verfahren? Dann reden ja doch alle wieder über meine Probleme mit dem FBI und dieser Pornodarstellerin. Wie definiert man „kurzer Prozess“? Eine Woche? Die nehm ich!“

 

Und was diese Rebellen betrifft, es soll ja Stimmen geben, die sagen: Die selben Leute, die wir in Syrien Rebellen nennen, nennen wir außerhalb Syriens Islamisten. Islamisten. Ihr wisst schon, das sind die Leute, die in Münster mit einem Fahrzeug in ein Straßencafe fahren. Das sind Islamisten. Selbst wenn sie nicht selber hinterm Steuer sitzen, stecken dahinter immer Islamisten. Sagt jedenfalls Beatrix von Storch.

Was haben Donald Trump und Beatrix von Storch gemeinsam?

Das Glück, dass es bei Twitter keinen Filter gegen Mentalmüll gibt.

Was ist der Unterschied zwischen Donald Trump und Beatrix von Storch? Beatrix von Storch befehligt keine Marschflugkörper. 

 

Die Frage ist dabei nicht: Was stimmt eigentlich nicht mit solchen Politikern? Die Frage ist vielmehr: Was stimmt eigentlich nicht mit Leuten, die solche Politiker wählen?

Politiker, die den politischen Anstand zu Grabe tragen. Bei solchen Wählern bekommt der Begriff Urnengang eine völlig neue Bedeutung.

 

Und bei solchen Politikern, befürchte ich, wenn die so weiter machen, am Ende womöglich auch.

 

 

 



Kommentare

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2 Kommentare
#2 Annette Sändker-Rousselle schrieb am 27.04.2018 23:25

Ich find Dich klasse! Wenigstens hat man bei der ganzen Misere was zu lachen. Danke!

BUTZKOMMENTAR:
#1 Marcus Gottfried schrieb am 27.04.2018 13:42

Mahlzeit. Kurz und knackig geschrieben. Alles richtig, der letzte Absatz ist am Ende genau das, was fassungsloses Kopfschütteln zum ständigen Begleiter macht. In diesem Sinn. Schönes Wochenende.

BUTZKOMMENTAR: