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Schuldenkrise (DEZ 11)

Liebe Freunde des politischen Kabaretts!

Das Unwort des Jahres (zumindest für mich) heißt: Schuldenkrise.

- Trommelwirbel und Tusch! -


Zur Begründung:

Angefangen hat diese Finanzkrise ja vor ein paar Jahren, als diese Börsenzocker am amerikanischen Immobilienmarkt rum gezockt haben, mit Geldern, die sie gar nicht hatten, und wären deswegen fast pleite gegangen. Weshalb wir Steuerzahler die dann retten mussten, weil – haben die gesagt – uns sonst was Schlimmes passieren würde. Wie nennt man so was normalerweise? Richtig, Schutzgelderpressung.

Kaum hatten wir die Banken gerettet, was haben sie als erstes gemacht? Sofort weitergezockt. Und jetzt ging es gegen Staatshaushalte, gegen Volkswirtschaften, gegen Steuerzahler, also gegen die Leute, ohne deren Rettungsmaßnahmen diese Zocker gar nicht mehr existiert hätten, und ohne deren Rettungsmaßnahmen diese Staatshaushalte gar nicht unbedingt eine solch angreifbare Verschuldungsquote erreicht hätten. Die Zocker haben also angefangen, unter unserem Schutzschirm gegen uns Schirmbeschützer zu zocken. Unter dem Motto: Wenn der Ast, auf dem man sitzt, ein absteigender ist, geht es umso schneller, wenn man an ihm sägt. Clever!

Und das schwächste Glied in der Kette war zunächst mal Griechenland, denn eine Rating-Agentur hatte festgestellt, die Steuerpolitik der Griechen könnte auch Klaus Zumwinkel organisieren, und die Korruptionsbekämpfung Sepp Blatter. Ja, diese Rating-Agenturen geben nach wie vor Bewertungen ab, und alle Welt hört immer noch auf die, obwohl inzwischen jeder weiß, einem Urteil von denen darf man ungefähr genau so trauen, wie einem Doktortitel im deutschen Adelsgeschlecht.

Und als nächstes mussten wir dann eben die Griechen retten, hieß es, war aber eine glatte Lüge, denn das Problem war, dass die Banken den Griechen Geld geliehen hatten, und wenn sie das nicht zurück bekämen, würden sie schon wieder pleite gehen. Und weil wir alle aber ziemlich sauer geworden wären, wenn wir erfahren hätten, dass wir schon wieder die Banken retten müssen, nannte man das einfach Griechenland.

Für die Griechen war das aber auch eine prima Sache, denn auf diese Weise kommen die Griechen an das Geld von uns Deutsche ran, ohne uns als Touristen bei sich im Land ertragen zu müssen. Und jetzt wird auch klar, warum ausgerechnet Spanien, Portugal und Italien die nächsten Wackelkandidaten sind.

Denn wir müssen den Banken ihr System retten, um den Banken zu ermöglichen, gegen uns Retter zu wetten. Und weil die Banken diese Wetten gewinnen, gerät ihr System in eine solche Schieflage, dass wir es retten müssen. Wenn es stimmt, dass der Mensch die Krone der Schöpfung sei, frag ich mich in letzter Zeit immer öfter: „Was muss der Schöpfer an dem Tag wohl einen in der Krone gehabt haben?“

2008, kurz nachdem Leman-Brothers pleite ging, sagte Angela Merkel: „Ich werde alles dafür tun, dass sich so eine Krise nicht wiederholt“ Und das hat sie auch gehalten, denn wenn eine Bankenkrise gar nicht erst zu Ende geht, kann sie sich auch nicht wiederholen. Was unsere Bundeskanzlerin stattdessen aber geschafft hat:  Sie hat der Krise einen neuen Namen geben, denn die heißt jetzt nämlich „Schuldenkrise“. Das ist Zockerdeutsch, und heißt wörtlich übersetzt: „Vergesst ruhig, wer eigentlich Schuld ist an der Krise.

Dafür gebührt unserer Bundeskanzlerin Dank und Anerkennung. Dafür ist sie ja auch unsere Bundeskanzlerin. Da steckt die Wahrheit im Wort auch schon mit drin, man muss es nur richtig aussprechen. Wenn man nämlich die Buchstaben von Bundeskanzlerin in eine andere Reihenfolge bringt, dann ergibt das: „Bankenzinsluder.“ Und das wird das Unwort des nächsten Jahres.

 

 

 

 


Kommentare

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5 Kommentare
#5 Markus aus Basel (Schweiz) schrieb am 01.12.2011 23:24

Weitere Erläuterungen eigentlich überflüssig!

BUTZKOMMENTAR:
#4 Ostpirat schrieb am 01.12.2011 20:29

Supertext,

 

kurz, prägnant und .. fast ... alles drin.

 

Eine Trottellumme aus dem "Osten"

BUTZKOMMENTAR:
#3 dietwalt feistkorn schrieb am 01.12.2011 13:46

Ihr Kommentar

Super,super, nur leider lesen die Trttellummen aus

östlicher Region nur braun geschriebene Texte!

Ja, unsere Bundeskanzlerin, die würde ich gern als Eierverkäuferin auf unserem Markt sehen, weil sie so schön rum-und uns vereiern kann! Ich würde ihr alle faulen Eier abkaufen, dinglich, genau so, wie ich ihr ihre Aussagen abkaufen mußte. Mußte? Ja, die B´kanzlerin bleibt uns ja noch erhalten, bis der Rettungsschirm ohne Stoff ist und die US-Hochfinanz

wieder mal das Spiel"Wie bescheiße ich den Rest der Welt" gewonnen hat. Na, dann bekommen wir aber die DM wieder,10 DM für 1Dollar.Bis denne!

BUTZKOMMENTAR: