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Religion ist die Fahnenflucht aus der gescheiterten Ich-Bildung (JUNI 09)

Liebe Freunde und Förderer des weltverbessernden Kabaretts.

Jetzt gehts aber los!
Die wirklich wahren Probleme der Menschheit stehen auf dem Spiel.
Und zwar in Hessen.

Dort nämlich hat ein sogenannter Ministerpräsident,
bekannt und berüchtigt als Roland Koch, einen Kulturpreis verleihen wollen.
Zugegeben, Roland Koch und Kultur in einem Satz, das allein klingt schon ein wenig paradox.

Aber es geht noch paradontoxer.
Dieser Preis sollte nämlich wegen nachgewiesener Toleranz zu gleichen Teilen an einen sogenannten Katholiken, einen sogenannten Protestanten, einen sogenannten Juden und an einen sogenannten Moslem gehen.

Erst sollte zwar ein ganz anderer Moslem den Preis kriegen, aber der wollte nicht, weil der Jude was Intolerantes gegen andere Moslems gesagt haben soll.
Was diese anderen Moslems widerum evtl zuvor zu dem Juden gesagt haben sollen, ist nicht überliefert.
Is aber auch egal.
Wenns um Toleranz geht, da kennt der Gläubige keinen Benedikt!

Auf jeden Fall ist deswegen darauf ein zweiter Moslem gefragt worden, ob er den Preis annehmen wolle.
Und der wollte.
Aber nicht zu früh frohlockt.
Denn jetzt wollten der Katholik und der Protestant den Preis nicht mehr annehmen. Und zwar, weil der zweite Moslem nämlich was Intolerantes gegen Katholiken und Protestanten gesagt haben soll.

Jener zweite Moslem nämlich hat sich ein Bild von einem 2000-Jahre alten Folteropfer angekuckt, und dann hat dieser Moslem beschrieben, was dabei in ihm so vorging, so an Gedanken und Gefühlen.
Und irgendwie bekam er da wohl so Anwandlungen, so in die Richtung, dass man seine Feinde ja auch lieben kann.
Und das aber fanden der Katholik und der Protestant intolerant!

Anstatt aber jetzt konsequenterweise, wie beim ersten Moslem, einen anderen Katholiken und einen anderen Protestanten zu fragen,
ob die statt der beiden den Preis annehmen wollen, hat Roland der Koch, Fachmann für Toleranz, stattdessen den zweiten Moslem wieder ausgeladen.
Was für eine kulturelle Höchstleistung!

Da fällt einem doch spontan ein Satz von Peter Sloterdijk ein, der da lautet:
"Religion ist die Fahnenflucht aus der gescheiterten Ich-Bildung."
Und angesichts der Vorgänge in Hessen möchte man am liebsten allen Beteiligten Eimerchen, Schüppchen und Förmchen in die Hand drücken, und zum nächsten Sandkasten geleiten.
Und Geleiten muss sein. Denn alleine hinfinden werden sie in ihrem Persönlichkeitsstadium höchstwahrscheinlich wohl noch nicht.

Alleine hinfinden hingegen könnt Ihr zu meinen Auftritten im Juni, sofern Eure Ich-Bildung meine Religion toleriert.
Und die lautet: "Ich glaube an einen Gott, der mich auch liebt, wenn ich nicht an ihn glaube."
So! Und darüber könnt Ihr jetzt mal ne Runde meditieren.


Kommentare

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2 Kommentare
#2 Noah Sow schrieb am 23.05.2009 12:54

Treffer, versenkt. Hoch lebe Butzko.

BUTZKOMMENTAR:
#1 harry schrieb am 22.05.2009 18:27

jetzt weiss ich endlich bescheid was da passiert ist- in "der freitag" wars nur schemenhaft zu entnehmen. wahrscheinlich wird immer und überall vorrausgesetzt dass man einen fernseher hat und sich allen scheiss dieser welt anguckt.

 

jetzt ne frage: ist das thema "versammlungsfreiheit" für dich ein thema? die bayern sind ja vorgeprescht, nachdem die gesetze jetzt landessache sind und haben sich gleich einen rüffel vom verfassungsgericht eingeholt. baden württ. will nachziehen. die traurigen ergebnisse werden unsere demokratie noch toter machen als sie eh schon ist.

gruss,

harry

BUTZKOMMENTAR: