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Occupy (NOV 11)

Liebe Freunde des politischen Kabaretts,

Was sagt man dazu: Die EU hat zur Bekämpfung der Schuldenkrise einen Kredithebel genehmigt. Und das ist eine prima Sache, denn Kredithebel hießt: du legst irgendwo eigenes Geld z. B. zu 4% Zinsen an. Und dann leihst du dir woanders außerdem noch Geld zu 3% Zinsen, was du zusätzlich zu 4% anlegst. Mit anderen Worten: Die EU macht Schulden! Und zwar zur Bekämpfung einer Schuldenkrise. Das ist so, als würdest du einen vorm Ertrinken retten wollen, indem du selber 10 Liter Wasser säufst! 

Im Gegenzug verzichten dafür die Banken auf 50% ihrer Forderungen. Das ist ein großes Opfer. Stell Dir vor, ich geb Dir 1 Apfel, und will von Dir 10 Äpfel zurück, und verzichte auf 50% meiner Forderungen....Na? Fühlst du, für wen von uns beiden das ein großes Opfer ist? 

Sollte dieses ganze Hebel-Geschäft übrigens schief gehen, dann passiert genau das, was 2008 Lehman Brothers in die Pleite getrieben hat. Und was sagte Angela Merkel damals: "Wir werden alles unternehmen, dass sich so eine Krise nicht wiederholt." Und da hat sie recht. So eine Krise wird sich dann nicht wiederholen. Wir würden uns wünschen, dass sich dann lediglich so eine Krise wiederholt. 

Und das sind doch jetzt so Zeiten in diesen Zeiten, da gehen die einen Kabarettisten ins Fernsehen, und reden dort ÜBER die Occupy-Kundgebungen. Die anderen gehen auf die Straße, und reden dort BEI den Occupy-Kundgebungen. Zur letzteren Gattung gehört auch der Autor dieser Zeilen. (Leugnen wäre zwecklos. Es gibt Zeugen. Und Beweise. Siehe -> hier)

Und wer meine Auftritte und Newsletter der letzten Jahre verfolgt hat, kann bestätigen, dass ich mich bereits mit der Finanzkrise beschäftigt hatte, als ein Finanzhallodri und Helmut-Schmidt-Zäpfchen wie Peer Steinbrück noch die Neuverschuldung auf Null senken wollte, und dass ich mich immer noch damit beschäftigt hatte, als Bocksbeutel-Brüder wie Rainer Brüderle die Krise zwischendrin für beendet erklären wollten. Und in all der Zeit wurde ich immer wieder gefragt: "Was kann man eigentlich gegen diesen Wahnsinn tun?" Und jedesmal konnte ich darauf nur antworten: "Kauft meine CDs und Bücher. Dann tauscht Ihr wertloses Papiergeld gegen Sachwerte ein." Und obwohl ich diese Anlagestrategie nach wie vor für sehr empfehlenswert halte, gibt es aber inzwischen auch ernsthafte Alternativen.

Z.B. könnt Ihr Euch an den Occupy-Protesten beteiligen. Sei es durch Anwesenheit bei den Kundgebungen, oder sei es durch Geld- oder Sachspenden bei den Campern, wie z. B. Lebensmittel, wärmende Bekleidung oder wärmende Worte, letztere gerne auch von diversen CDs und Büchern Eures Lieblingskabarettisten. Denkt dran, dass auch die Anti-Atomkraft-Bewegung mal klein angefangen hat, und letzten März hat sie nicht nur die Wahlen in Baden-Württenberg entschieden, sondern auch die Atompolitik von Mama Merkel zu einer fulminant rasanten 180-Grad-Wende gezwungen, deren Schwindelattacken die Regierungskoalition bis heute nicht wieder zurück in die Spur brachte. 

Ihr könnt Euch aber auch an einer Kampagne beteiligen, bei der man jeden Tag 1 Cent an die Bundesfinanzkasse (Bankleitzahl:590 000 00 Kontonummer: 590 010 20) überweist. Dort ist man tatsächlich verpflichtet, diesen Cent anzunehmen und zu verwalten. Und das beansprucht eine gewisse Zeit, was bedeutet, dass diese Verwaltungsangestellten für ein paar Minuten keine Dummheiten anstellen können. Und je mehr Leute täglich 1 Cent überweisen, desto weniger Zeit bleibt denen. Darüber hinaus kann man aber auch auf jeden Überweisungsschein in die Betreffzeile eine persönliche Botschaft an diese Finanzbehörde schreiben, wie z. B.: "Schranken für Banken!" oder "Das Leben ist kein Bonihof!" oder "Schäuble hat ne rote Nase!" Ihr könnt Euch sicher sein, dass sowas dort gerne gelesen wird.

Wem das allerdings als Protestform zu unsichtbar ist, dem sei eine andere Aktion ans Herz gelegt, nämlich eine, bei der man seine persönliche Meinung einfach auf alle Euro-Scheine schreibt, die einem in die Finger geraten. Ob 5,- oder 10,- oder 1000,- -Euroschein, einfach einen Kugelschreiber nehmen und drauf schreiben, was man vom Zustand unseres System hält. Der Phantasie sind dabei genau so wenig Grenzen gesetzt wie der Legalität einer solchen Aktion. Denn einen Geldschein zu beschriften, ist in Deutschland nicht verboten! Und wenn wir alle auf den Visitenkarten des Kapitalismus unsere Meinungen hinterlassen, dauert es nicht mehr lange, und die Dinger verbreiten sich so rasant, dass Mama Merkel zur nächsten 180-Grad-Wende gezwungen wird.

Ich persönlich freu mich z. B. schon auf den Tag, an dem unsere Regierung beschließt, ihren Bundestrojaner auf alle Bankencomputer in Deutschland zu installieren. Schließlich können die ja nicht nur spionieren, sondern auch manipulieren. Und wenn demnächst die Banken wieder mal von uns gerettet werden müssen, klickt der Finanzminister anschließend einfach bei diesen Banken heimlich ein Überweisungsformular an, trägt als Empfänger ein: "Die deutschen Steuerzahler!" / Betreff: "Rückerstattung!" / Betrag: "Alles!".... Und dann kassieren wir dafür noch eine Finanztransaktionssteuer. Und schon stimmt die Rechnung wieder.

Also hopp, Leute! Kabarett, das nur die Satireansprüche von Kleinkunstgourmets befriedigen will, ist ein hohler Zahn. Die Party ist vorbei! Es wird Zeit, dass sich was dreht. Beteiligt Euch an einer dieser Aktionen! Verbreitet diesen Letter! Macht Vorschläge, was man sonst noch tun kann. z B hier-> 


Kommentare

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2 Kommentare
#2 jamupf schrieb am 07.11.2011 11:29

mit diesen Beispielen kapier ich`s immer (besser)! Diese einfache Sprache (auch wenn Kabarettisten Sprachwitz benötigen) muss "einfach sein" als "Gegen"-gewicht (bei Otti...) zum "Schön"-schwätzen.

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#1 Hartwig Storch schrieb am 31.10.2011 17:30

Mal wieder super, wie immer.

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