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Komiker des Monats (SEPT 08)

Liebe Freunde und Förderer des weltverbessernden Kabaretts.

Diesen Lätta möchte ich zunächst mal mit einem Hinweis in eigener Sache beginnen.

Mein neues Programm "SPITZENREITER" ist nämlich nicht nur mit großem Erfolg soeben angelaufen, sondern auch prompt auf DVD erschienen. Und bestellen kann man diese auch ab sofort, und zwar unter: www.wortart.de.

Und wer sich jetzt mal ein paar Ausschnitte ankucken will, der kann das auch gerne tun, und zwar wenn man das hier -> http://de.youtube.com/user/HGBUTZKO anklickt, gibt es ein paar Video-Häppchen, die man da nicht nur bestaunen, sondern auch bewerten und kommentieren kann.

Und wenn Ihr das alle macht, dann gewinn ich die Wahl zum "Komiker der Woche".
Was ja auch nicht schlecht ist.

Denn die Wahl zum Komiker des Monats nämlich gewinnt uneinholbar jemand anderer, und das ist: CSU-Freistaatsratsvorsitzender Günter Beckstein.
Jener hatte nämlich in einem Interview den Satz losgelassen:
"Wenn ich in einem Bierzelt die Pendlerpauschale anspreche, dann ist der Beifall genauso laut wie für die Forderung, kriminelle Ausländer abzuschieben."

Und ich weiss ja nicht, wie es Euch so geht, wenn Ihr sowas lesen müsst, aber ich sehne mich da doch schwer nach Edmund Stoiber zurück.
Der hätte einen solchen Satz wenigstens mit so vielen "Ähs" garniert, dass man am Ende gar nicht mehr wusste, welchen Schmarrn er anfangs sagen wollte.

Oder ist das evtl die neue Arbeitspolitik à la CSU?
Sich mit 2 Bier im Kopp eine Rede von Günter Beckstein anzuhören, bis der Begriff "Vollbeschäftigung" eine ganz andere Bedeutung kriegt?

Denn mal abgesehen davon, dass ich mich frage, wofür Leute, die sich den Besuch in einem Bierzelt leisten können, eigentlich mehr Geld im Portemonnaie brauchen?
- Ist doch der einzige Weg, den die da pendeln, der zwischen Bierbank und Pissoir -

So könnte der Günter sich evtl natürlich auch mal fragen, wie groß der Beifall wohl wäre für die Forderung, kriminelle Inländer abzuschieben?
Oder wer von uns jubelte nicht bei dem Vorschlag, Klaus Zumwinkel in Guantanamo einzuliefern?
Oder Peter Hartz in Abu Ghraib?
Oder den gesamten Siemens-Vorstand in ein chinesisches Arbeitslager?

Womit wir übr. zum zweiten Platz bei der Wahl zum "Komiker des Monats" kommen.
Den nimmt der unbekannte Sportreporter von N24 ein, der das mitunter miserable Abschneiden der deutschen Athleten bei Olympia mit dem Satz kommentierte, dass "im deutschen Team die Chemie nicht stimmen würde"!
Und mal ehrlich, ehrlicher hätte man es nicht formulieren können.

Ehrlicher war im zurückliegenden Monat eigentlich nur noch einer:
Und das war unser aller Ex-Kanzelsprecher Gerhard Schröder.
Der sagte nämlich: "Auslöser für den Krieg im Kaukasus war der Einmarsch der Georgier in Südossetien"
Und damit ist Gerhard Schröder Sonderpreisträger für den "Kühlen Zyniker am Bande"

Denn wenn man einwendet, dass Georgier innerhalb Georgiens doch bitteschön einmarschieren dürfen, wohin sie wollen, kommt unser Gas-Händler aus Hannover um die Ecke und erinnert daran, dass mit genau der gleiche Argumentation die Nato-Staaten damals im Kosovo den Serben verboten haben, innerhalb Serbiens überall einzumarschieren.
Und das klingt nicht nur konsequent, das ist es auch.

Außer natürlich in Tschetschenien. Da widerum dürfen Russen einmarschieren, wohin sie wollen. Deswegen sagte der Schröder ja auch damals, Putin sei ein lupenreiner Demokrat. Und heute sehen wir, das stimmt. Denn Putins Demokratie ist so rein, die muss man unter der Lupe suchen.

Tja was soll man da sagen?
Vielleicht: "dumm gelaufen"? Oder besser: "blöd marschiert"?
Denn jetzt kann man doch schon die Uhr danach stellen, wann diese friedenstiftende Auslegung des Völkerrechts als nächstes seine Anwendung findet.
In Guantanamo? In Abu Ghraib? Oder in einem chinesischen Arbeitslager?

Auf keinen Fall aber in Deutschland. Das ist klar. Da können wir ganz beruhigt sein.
Denn wenn nach der Wahl Ypsilantis beispielsweise bayerische Gebirgsschützen in Hessen einmarschieren, dann wissen wir: Die kriegen eine Pendlerpauschale.
Und nur mit dieser Pendlerpauschale ist gewährleistet, dass die nach dem Einmarsch auch wieder raus marschieren.
Und dafür gebührt Günter Beckstein auf ewig unser aller dreifach donnerndes:
"Oans Zwoa Gsuffa!"


Kommentare

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1 Kommentar
#1 Hans Drobny schrieb am 26.08.2008 21:51

Lieber Butzko,

habe wieder herzhaft gelacht - leider keine Termine in unserer Gegend.

Möchte Dir gerne einen Einfall zum bevorstehenden BY-Wahldebakel "anbieten" (kostenlos). Ich bin gebürtiger Oberbayer (Freising), jetzt in Breisach.

Also:

N.B. wie soeben in diesem Zusammenhang gemeldet: Um die 50+ % langfristig zu sichern, soll das in Bayern geltende Heiratsgebot für CSU-Wähler dahingehend gelockert werden, dass CSU-Wähler in Zukunft auch Nichtwähler ehelichen dürfen . Das BVG muss noch eintscheiden, ob dies nicht zu einer Diskriminierung von Wählern der anderen Parteien führen kann.

Ich hatte diesen Einfall, als ein alter Freund in Freising mich um Kommentare zu seinem kabarettistischem Einfall zu ähnlichem Thema bat, aber dies dann wg. "nicht zu seinem Stil passend" ablehnte. Der Bingo-effekt trat dann ein, als er hinterher fragte: "sag mal, gibt es dieses Gebot wirklich?..."

Wie gesagt: kein Copy Right, nur jetzt ist der passende Zeitpunkt, und ich bin kein (kommerzieller) Kabarettist. Würde mich freuen über Übernahme...

 

Hans

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