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Geziere und Gezicke (OKT 13)

Liebe Freunde des politischen Kabaretts,

seit dem 22. September ist die FDP nicht mehr im Bundestag vertreten. Und? Merkt Ihr was? Geht auch, oder? 

Gut, außer natürlich für die Kabarettisten. Etliche Zielscheiben für Spott und Häme sind jetzt weg gebrochen. Guido Westerwelle, der vergebliche Versuch, einen Hugo-Boss-Anzug mit Inhalt zu füllen. Reiner Brüderle, der Erfinder des Artikulallationsvermögens. Dirk Niebel macht jetzt, glaub ich, was mit Import-Export. Und nicht zu vergessen Fipsi Rösler. Um den ich mir allerdings die geringsten Sorgen mache. Sobald man einen Kitaplatz für ihn gefunden hat, dürfte er gut versorgt sein.

 

Und dabei hatte ich ja extra die FDP gewählt. Warum? Weil ich keine neuen Texte schreiben wollte. Da war der Ärger am Wahlabend schon groß. Bis mir dann aber aufgefallen ist, dass das nicht wirklich ein Problem darstellt. Einfach das Archiv von 2005 bis 2009 öffnen, Stichwort: "große Koalition", und - zack - ist man als Satiriker wieder ganz vorne im Rennen. 

Zugegeben, ein paar Namen muss man austauschen. Aber solange Frank Walter Steinmeier dabei ist, kann man getrost davon ausgehen, dass die SPD weiterhin die selbe CDU-freundliche Politik machen wird wie die letzten 15 Jahre. Die Frage ist nur, ob auf der Regierungsbank, oder in der Opposition.

 

Neustes Beispiel: Die Linkspartei hat vorgeschlagen, die momentane Stimmenmehrheit von Rot-Rot-Grün zu nutzen, um im Bundestag den gemeinsam angestrebten Mindestlohn auf den Weg zu bringen. Und wie hat die SPD reagiert? Geschnaubt hat sie: "Unseriöser Vorschlag. Taktisches Parteimanöver. Geht doch nach Drüben." Denn wie sagte schon das alte Schlachtross der Sozen, Franz Müntefering: "Parteien an ihren Wahlkampfaussagen zu messen, ist unfair." Und so hat die SPD das Angebot der Linken kurzerhand abgeschmettert. Denn wenn sie sich wirklich darauf einlassen würde, könnte ja Mutti sauer werden. Und das ist das Letzte, was die SPD will. Was es im wahrsten Sinn des Wortes von der SPD tatsächlich auch ist: das Letzte. 

 

Drum erfreuen wir uns jetzt noch einige Wochen an ritualisiertem Geziere und Gezicke, an Geschacher und Geschiebe, stets in "sachlichen Gesprächen" und "konstruktiver Atmosphäre", bis weißer Rauch aufsteigt und beide großen Volksparteien sich als Gewinner der Verhandlungen präsentieren. Wie beim letzten mal. Ihr erinnert Euch? Die einen wollte vorher eine Mehrwertsteuererhöhung von 2 %, die anderen gar keine, geeinigt hat man sich dann auf den Kompromiss von 3%. 

 

Und bis es so weit ist, haben wir jetzt übergangsweise eben eine zeitlang streng betrachtet eigentlich keine richtige, beschlussfähige Regierung. Was einen Zustand bedeutet, der soo schlecht auch nicht zu sein scheint. Nur, dass sich das noch nicht weitläufig rum gesprochen hat. Denn was meint Ihr, was los wär, wenn die Leute merken, dass auch das geht? Dass das Leben seitdem ebenfalls problemlos weiter läuft? Da stellt sich einem schon die Frage, ob wir diese Phase nicht einfach etwas ausdehnen sollten? Einfach eine komplette Legislaturperiode nur mit Sondierungsgesprächen und Koalitionsverhandlungen verbringen. Und die Bürger vier Jahre lang einfach mal in Ruhe lassen. Was wäre das für ein traumhafter Zustand. Gut, außer natürlich für die Kabarettisten. Hmmmmm, hätt ich vielleicht doch lieber die CDU wählen sollen? Verflixt!


Kommentare

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1 Kommentar
#1 Dietmar Krause schrieb am 09.10.2013 08:25

Eine schwarz-grüne Regierung wäre eigentlich besser, denn in der großen Koalition geht es der SPD doch mehr um Postengeschacher, als um Inhalte.

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