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EU-Rosen (JUNI 14)

Liebe Freunde und Förderer des politischen Kabaretts,

das ZDF hatte mich angefragt, am 22.05.14 in der Sondersendung zur Europawahl mit Maybritt Illner am Ende einen dreiminütigen Beitrag beizusteuern. Worauf ich dann dieses Skript vorgelegt habe. (Na, was meint Ihr, warum ich da nicht aufgetreten bin? )

->

 

So, was haben wir heute gelernt?

Die Europawahl ist wichtig, gerade für uns in Deutschland. Warum? Weil wir so eine tüchtige Exportnation sind, die z B Zaziki günstiger herstellen und anbieten kann, als z B die Griechen. 

 

Was allerdings zur Folge hat, dass die grichischen Zazikihersteller auf ihrem Zaziki sitzen bleiben, pleite gehen, und am Ende nicht mal mehr genug Geld haben, um unseren deutschen Zaziki zu kaufen. Dumm gelaufen.

Aber kein Problem. Dann geben wir den Griechen eben Kredite, damit sie Geld haben, um unseren Zaziki zu kaufen, und wenn sie diese Kredite auch nicht mehr bedienen können, bilden wir eben aus unseren Steuergeldern einen Schutzschirm für die Kredite, die die Griechen brauchen, damit sie Geld haben, um unseren Zaziki zu kaufen.

 

Außer in Zypern, da war dann Schluss mit lustig. Da hat man gesagt: Wenn Ihr Euch den deutschen Zaziki nicht mehr leisten könnt, dann sollen das eben die Leute bezahlen, die auf ihren Konten noch Kohle übrig haben. Und wir sehen: Wenn Banker sich gegen Politiker streiten, wer irgend eine Zeche zahle soll, streiten sich da unsere Steuergelder gegen unsere Spargelder. Und deswegen ist es auch völlig egal, wie dieser Streit ausgeht, am Ende verlieren immer wir.

 

Das ist das Erfolgsmodel der EU, wofür es dann auch folgerichtig den Friedensnobelpreis gab. Gut, wenn man sich die Bilder von regelmäßigen Ausschreitungen in etlichen europäischen Städten vor Augen führt, könnte man sich schon auch fragen, ab wann für das Nobelpreiskomitee eigentlich Krieg beginnt. 

Und in Ungarn soll ja eine Regierung an der Regierung sein. Da soll ja was los sein in dem Land, dass der türkische Ministerpräsident Erdogan sich fragt: Warum darf Ungarn bei Euch mitspielen, und die Türkei aber nicht?

 

Nun, vielleicht, weil unser Blick sowieso z Zt in eine andere Richtung geht, über den Atlantik: Dort verhandelt die EU mit den USA über ein so genanntes Freihandelsabkommen. Und wie das funktioniert, kann man so zusammenfassen: 

Wenn wir keine Chlorhühnchen kaufen wollen, sollen wir dem Chlorhühnchenproduzenten den Verlust ersetzen, den er macht, wenn wir keine Chlorhühnchen kaufen wollen.

Muss man nicht verstehen. 

Genau so wenig, wie die Frage, warum wir eigentlich Leute in ein Parlament nach Straßburg wählen sollen, wenn doch die Entscheidungen in Brüssel gefällt werden, und zwar von Leuten die wir nicht gewählt haben.

Kein Wunder, dass die Wahlbeteiligung bei Europawahlen sich den Einschaltquoten von Phönix und arte annähert. Kann sein, wir sehen am Abend der Europawahl einen Politiker im Fernsehen den Satz sagen: „Der Wähler hat entschieden.“ Und dann wissen wir alle: Jetzt ist es nur noch einer!

Und die Partei, die dieser eine Wähler dann gewählt hat, die kann dann zwei Dinge behaupten. 1.) Wir haben 100% der Stimmen bekommen. Und 2.) Deswegen ist die Europawahl so wichtig, gerade für uns in Deutschland.


Kommentare

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6 Kommentare
#6 Heinz Timmerhoff schrieb am 01.06.2014 10:54

Sehr geehrter Herr Butzko!

Danke für Ihr(en) Kabarett-Letter vom Juni.

Ich pflichte aus voller Überzeugung bei.

(Selbst eine Frau Illner wäre vermutlich ins Schwitzen gekommen.)

Leider hat sich niemand die Mühe gemacht, die Vorschläge

eines Herrn Lücke vorurteilsfrei anzusehen; viel zu schnell ist er

in den Strudel rechtslastiger Claqueure geraten; und damit wurde zu seiner

wissenschaftlichen Position gar nicht ausreichend Stellung genommen.

Wir - der europäische Wähler - wissen jetzt, dass wir sehr viel Glück hatten, wenn der vorgeschlagene Kommissionspräsident im Nachhinein von der politischen "Elite" abgesegnet wird.

H.T.

BUTZKOMMENTAR:
#5 Titus Reinke schrieb am 31.05.2014 22:10

Sehr geehrter HG.Butzko,

 

das war zu offen gesagt für unser freies Deutschland, aber nicht wegen der EU, sondern wegen der Bemerkung zum sogenannten Freihandelsabkommen mit der USA. Die EU ist schon durch. Das können wir nur noch mit grossem Widerstand aus der Bevölkerung umbiegen. Euroaustritt der Südzone usw.......Ich lebe in Spanien und mit dem Euro ist die Armut in Spanien nicht aufzuhalten. UNMÖGLICH !

 

Das TTIP Abkommen ist noch nicht unterschrieben. Wir MÜSSEN das verhindern, sonst ist GER bald das neue ESP.

 

Wie wärs mit Lichterketten und Montagsdemos? Achso, Montagsdemos ham wa ja schon wieder.....;)

 

Herzliche Grüße

 

T. Reinke

BUTZKOMMENTAR:
#4 Hans Dieter Goldberg schrieb am 29.05.2014 13:24

Eine Gourmet-Mahlzeit für den Geist, DANKE.

 

"Die Karawane zieht weiter" und zwar dahin, wo diejenigen es wollen, die mal eben eine neue Partei gründen für "aus dem Stand 7%" oder eine Partei durch Chaos-Berichterstattung und Beschweigen irrelevantisieren und damit dem Piraten-Verlies überantworten. Wenn es weiterhilft kann auch mal ein Loch in eine Gefängnismauer gesprengt werden (Der Verfassungsschutz soll sich darin geübt haben.)

 

Wir können diesem Treiben nicht entgehen, weil die Information über die Akteure für die Spinnen mi Netz, den Akteuren immer einen Schritt voraus sind.

Es täte nur helfen brutalstmögliche Transparenz. Und die richtigen Fragen in den Wind getragen. Damit die Menschen fragen, die kein phoenix und kein arte sehen, was diese Welt im Innersten zusammenhält, welche Umstände 24 Stunden Wohlbefinden täglich bringen könnten.

BUTZKOMMENTAR: