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Die Partei der Nichtwähler (OKT 09)

Liebe Freunde und Förderer des weltverbessernden Kabaretts.

Stellt Euch vor, es ist Wahlkampf, und keiner kriegts mit.

Ach ja, was war das früher schön.
Wir erinnern uns z B noch an die Bundestagswahl 2002.
Edmund Stoiber hatte am Wahlabend bereits feierlaunig seinen Sieg verkündet, als die letzten 5000 Stimmen die Wahl doch noch mal zugunsten Gerhard Schröders entschieden hatten und Stoiber darauf sein Glas Champagner wieder schliessen musste.
Schade. Edmund Stoiber als deutscher Bundeskanzler, das wären vier Jahre rhetorische Realsatire für den Heinrich-Lübke-Gedächtnis-Preis geworden.

Mal nebenbei: Wisst Ihr, woher diese 5000 Stimmen damals gekommen sind?
Unter uns: Das waren alles Abonnenten meines Newsletters.
Da sage noch mal einer, Kabarett könne die Welt nicht verändern.

Aber damals gab es noch Spannung bis zuletzt. Angesichts der Bundestagswahl 2009 muss man feststellen, dass die Sache bereits längst entschieden ist. Schon im Januar hat Angela Merkel ihren eigenen Wahlsieg vom September prophezeit, als sie sagte: „2009 wird ein Jahr der schlechten Nachrichten.“

 
Was mich aber auf DIE Idee brachte, wie wir alle in Zukunft nicht nur die Dinge nachhaltig entscheidend beeinflussen können, sondern ausserdem auch noch zu ganz viel Geld kommen

Die Lösung: Wir gründen eine Partei und treten bei Wahlen an!
Wie Ihr ja wisst bekommt jede Partei, die über 0,5% der Stimmen erhält, 
für jede Stimme 70 Cent Wahlkampfkostenerstattung.
Wegen der enormen Ausgaben im Wahlkampf.
Z B diese Plakate, die kosten ja was.
Richtig. Diese Plakate, die immer so ästhetisch sind, dass der Wähler für erhöhte Augenkrebsgefahr eigentlich 70 Cent Schmerzensgeld erhalten müsste.
Pro Plakat!
Ja, auch für die ohne Dekolletés!

Aber das sind ja noch nicht die einzigen Kosten im Wahlkampf.
Es gibt ja auch noch Luftballons, Fähnchen und Kugelschreiber. 
Ihr wisst schon, dieses ganze Plastikzeug,
damit wenigstens etwas länger hält als die Wahl-Versprechen!

Denn wie sagte schon Franz Müntefering, der Ganzjahres-Büttenredner von der SPD:
"Die Parteien an ihren Aussagen aus dem Wahlkampf zu messen ist unfair."
Tja, und dann wundert es Leute wie den Müntefering, dass sich die Wahlbeteiligung in Deutschland den Einschaltquoten von „phönix“ und „arte“ nähert.

Womit wir wieder bei meiner Idee wären, eine Partei zu gründen, um mächtig und schweinereich zu werden.
Wer aufmerksam war, erinnert sich, dass eine Partei erst über die 0,5%-Hürde springen muss, um überhaupt 70 Cent pro Stimme zu erhalten.
Da stellt sich evtl die Frage: 
Wie soll das gehen angesichts wachsender Wählerverweigerung? 
Nun, die Antwort lautet ganz einfach: Wir gründen die „PDN“.
Die „Partei der Nichtwähler!“ 
PDN. Bitte nicht mit der NPD verwechseln.

Wir gründen die Partei der Nichtwähler, und alles, was wir dafür tun müssen ist, 
in Karlsruhe zu beantragen, dass die Verteilung der Mandate nicht mehr anhand der ABGEGEBENEN Stimmen ermittelt werden, 
sondern von ALLEN WahlBERECHTIGTEN!

Die PDN wäre mit einem Schlag die stärkste Fraktion im Bundestag.

Und dann beantragen wir, dass Abstimmungsergebnisse im Bundestag nicht mehr unter den ANWESENDEN Abgeordneten ermittelt werden, sondern unter allen GEWÄHLTEN!
Deutschland würde regiert von einer "großen Minderheits-Regierungskoalition."
Mal ehrlich, allein für dieses Wort würde sich der Aufwand doch schon lohnen.

Ausserdem wäre ein voll besetztes Parlament die Folge. 
Und zwar jeden Tag!
Das heisst, endlich hätten unsere Volksvertreter keine Gelegenheit mehr, irgend welchen Nebentätigkeiten nach zu gehen, und die Lobbyisten stünden da wo sie hingehören: Dumm rum!

Und das Beste: Da die PDN weder Kosten für Plakate, noch KügelschreiberLuftballonsFähnchengedöns ausgibt, gehen die 70 Cent pro Stimme komplett auf unser Festgeldkonto! Davon können wir Gläser mit Champagner öffnen, bis die Rhetorik Edmund Stoibers in uns fährt. 

Drum auf gehts Leute, bleibt zu Hause!


Kommentare

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2 Kommentare
#2 Klaus schrieb am 29.09.2009 00:59

Sehr geehrter Herr Butzko,

wir wollen den Nürnberger Ortsverband der PDN gründen!

Dazu laden wir Sie und alle anderen Partei-Sympatisanten herzlich ein. Wir treffen uns am 12.11. in den Räumen des Nürnberger Burgtheaters, in 90403 Nürnberg, Füll 13. Die Gründung einer neuen Partei sowie eines Ortsverbands erfordert ein gewisses Grundkapital. Daher ist es erforderlich, für die Teilnahme an diesem Abend einen Beitrag zu erheben. Näheres dazu unter http:⁄⁄www.burgtheater.de⁄prognov.htm#butzko.

Mit freundlichen Grüßen

"MdPDN in spe" Klaus

BUTZKOMMENTAR:
#1 Mssandra schrieb am 24.09.2009 11:20

sehr schön. bin dabei. wer macht Kassenwart?

BUTZKOMMENTAR: