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Aufgespießt - Joachim Erwin (WDR2)

Aufgespießt -
aus den Randregionen des deutschen Blätterwaldes
von Hans - Günter Butzko

Doch sind die Sommerwochen angebrochen,
kommt das Sommerloch noch angekrochen.
Dann kommen Sachen ans Licht.
Zu anderen Zeiten sieht man diese nicht.

Diese Woche im grellen Schein der Öffentlichkeit:
Joachim Erwin, der Oberbürgermeister von Düsseldorf.
Ja! Der Erwin ist nämlich ein Saubermann.
Und seit seiner Wahl zum OB im Jahre 99 hat er in Düsseldorf aufgeräumt,
aber so was von aufgeräumt,
er könnte auch glatt ein adoptierter Sohn von Jürgen Klinsmann sein.

Der Erwin hat nämlich nicht nur den Hundekot eigenhändig aus der Stadt entfernt, sondern gleich noch dazu die Sinti, die Roma,
die Punkies, die Junkies, die Penner und die Bettler.
Das musste sein, der Erwin hatte nämlich Gigantisches vor:
Düsseldorf sollte Austragungsort der Fußball-WM 2006 werden.
Oder Olympiastadt.
Oder mindestens Kulturhauptstadt Europas.
Nun ja. Hat zwar alles nicht geklappt.
Aber dafür hat die Stadt jetzt eine supermoderne Riesen-Sport-Arena mit über 50.000 Plätzen.
Da können sich die 700 Fans von Fortuna Düsseldorf jetzt die Heimspiele gegen Holstein Kiel und den SC Paderborn ankucken.

Als ein PDS-Mitglied dieses Größen-Wahnsinns-Projekt zu kritisieren wagte,
da nannte der Erwin den kurzerhand einen verrückten Kommunisten.
Und als das Düsseldorfer Landgericht dem Erwin diese Aussage untersagte,
da hat er die Prozesskosten mal eben locker aus der Stadtkasse bezahlt.
Ein Hammer.
Also, der Erwin könnte auch glatt ein unehelicher Sohn von Franz Josef Strauß sein.

Vor allem, wenn man die jüngsten Nachrichten ungläubig zur Kenntnis nimmt.
Der Erwin hat nämlich die Staatsanwaltschaft im Nacken,
weil er ca 90.000 Euro nicht angegeben haben soll.
Und was sagt er dazu?
"„Das ist eine Schmutz- und Sudelkampagne.“"
Ja sicher, das stört natürlich das Reinlichkeitsbedürfnis.
Normalerweise gibt es für Putzneurosen die Therapeutencouch.
Aber kombiniert mit frühkindlicher Ohnmachts-Verdrängung kann man damit auch Polit-Karriere machen.

Und so wehrt sich der Erwin sich weiter und weiter, und vor allem so überzeugend.
"„Ich hatte keine Akteneinsicht bei diesem Phantom-Verfahren.“" 
Das ist richtig.
Ein entsprechendes Angebot der Staatsanwaltschaft hat er einfach ignoriert.

"„Hier wird der Zukunft Düsseldorfs geschadet.“"
Auch nicht schlecht. Paranoia soll zwar heilbar sein.
Aber wenn sich einer gleich mit einer ganzen Stadt verwechselt,
da könnte er auch glatt ein verschollener Sohn von Sonnenkönig
Ludwig, dem14. sein.

Und dann holt der Erwin aus zum finalen Punch.
"„Daß die Öffentlichkeit davon erfährt,
ist die Kampagne einer SPD-gesteuerten Staatsanwaltschaft."
Boah! Sagen se selbst: das ist doch jetzt ein argumentativer Knock-Out, oder?

Mein lieber Erwin, da hätt ich jetzt doch mal eine Frage an Dich:
Sozialhilfeempfänger sollen doch neuerdings ihre Einkünfte offen legen,
weil -– so hat der Kanzler gesagt - ihre Leistungen vom Steuerzahler finanziert werden.
Hm, Erwin? Na? Und? He?
Jetzt kuck doch bitte mal auf Deine Abrechnungen, und dann sag mir eins:
Wer, bitte schön, wer finanziert eigentlich Dein Gehalt als Oberbürgermeister?


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