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Ämterwahnsinn (D-Radio)

Wir erinnern uns: Früher war alles besser:
Einer regierte, sagte „da gehts lang.“
Dann gings da lang. Und das wars auch schon.
Und das ganze nannte man Monarchie.
Heute, in der Demokratie regieren alle, und dementsprechend gehts dann nirgendwo mehr lang, sondern vielmehr drunter und drüber,
und das nennt man Ämter & Behörden.

Also, was es da alles gibt, man mag es nicht für möglich halten.
Das ist reinste Realsatire.
Und was das alles kostet, muß man dann schon leider doch für möglich halten.
Das ist reinste Verschwendung von Steuergeldern.

Da gibt es, ungelogen, z.B. in Erkrath eine deutsche Gesellschaft für Freizeitforschung. Da erhalten 5 Hobby-Forscher jährlich 400.000 DM, um herauszufinden, daß die Deutschen einmal im Jahr Urlaub machen, und den Rest der Zeit Fernsehen gucken.

Gleich 4 Bundesanstalten für Getreide- Kartoffel- und Fettforschung gibt es. Kostenpunkt: insgesamt 385 Millionen DM.
Was gibts denn da zu forschen?
Getreide wächst. Punkt.
Kartoffeln auch. Punkt.
Und wie Fett aussieht, zeigt uns doch Dr. Helmut Kohl bereits länger, als uns lieb ist.

Wie bitte? Man muß Getreide differenziert betrachten?
Aha, interessant. Wahrscheinlich aus diesem Grunde gibt es dann auch das Bundessortenamt mit 14 Außenposten, namentlich Saatgutanerkennungs- und Saatgutverkehrskontrollstellen.

„Guten Tag, mein Name ist Schulze-Jakobs, allgemeine Verkehrskontrolle für Saatgut. Sie haben vorhin als Gerstenkorn einem Weizenkorn bei der Rechts vor Linkskreuzung die Vorfahrt genommen. Sind Sie mit einem Bußgeld einverstanden?“

Tja. Selten so gelacht. Haha.

Aber richtig lustig gehts wahrscheinlich in Offenbach zu. Dort sitzt die Bundesmonopolverwaltung für Branntwein. 459 Mitarbeiter erhalten 280 Millionen Mark, um deutsche Brennereien
zu subventionieren.
Ein Jahr unterwegs in Sachen Schnaps, Korn und Leberzirrhose.
Was machen die dann wohl erst am Tage ihres Betriebsausflugs? Wahrscheinlich erstmal ausschlafen, und dann ein Besuch bei den anonymen Alkoholikern.

Da fragt man sich doch, weshalb es noch keine wirklich wichtigen Behörden gibt?

Zum Beispiel ein Bundesamt für deutsche Waschmaschinenforschung.
Vielleicht könnten die mal das alte Menschheitsrätsel lösen, wieso man ständig vor der Wäsche eine gerade Anzahl Socken hat, und hinterher immer eine ungerade.

Oder eine Spendenmakleragentur für den deutschen Abgeordneten und Parlamentarier. „Wir vermitteln alles - von der Geburtstagstorte bis zum Flug auf die Bahamas. Schmucke Aktenkoffer für den diskreten Transport von Kohle oder Koks im Preis inbegriffen. Sollte man Sie erwischen, müssen Sie leugnen, uns zu kennen.“

Eine solche Behörde hätte auch den Vorteil, daß sie ohne einen festen Etat superbequem zu finanzieren wäre. Einfach 10 % cash und steuerfrei, eingerollt in kleinen Scheinen im Spazierstock von Otto Graf Lambsdorf, oder eine Badewanne in einem Genfer Hotel.
Und richtig wichtig wäre ja eigentlich eine Bundesanstalt für den Milleniums-Computer-Gau 2000.

Wenn es im Ferrnsehen statt „Tagesschau“ nur „schwarzes Loch“ gibt, im Telefon weder Tuten noch Blasen. ISDN heißt dann „IS Da Niemand?“, und man wieder Trommeln und Rauchzeichen geben muß, damit der Arzt einmal im Monat vorbeigeritten kommt.
Und wenn der dann statt Plastikversicherungskärtchen Naturalien haben will.
Einmal Mund aufmachen, „AH“-sagen = 2 Bündel Suppengrün, ne halbe Aspirin n viertel Pfund Kartoffeln. Wie bitte? Ihr Blinddarm muß raus? Tja, 20 Kamele und ihre Tochter.

Naja, wer weiß, vielleicht regiert im nächsten Jahrtausend weder einer noch alle, sondern Mutter Natur und ein bißchen Chaos.

In diesem Sinne: n guten Rutsch.


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